wado ryu kopie

Wado Ryu

Der Karatestil, der in Mühlbach praktiziert wird, nennt sich „Wado Ryu“ (= Weg des Friedens / Weg der Harmonie).

Wado Ryu ist eine der vier großen Karate-Stilrichtungen und wurde 1934 von Hironori Otsuka gegründet.

hironori ohtsuka

Von den Begründern der vier großen Karate-Stile ist Otsuka Hironori (1892-1982) der einzige, der nicht aus Okinawa, sondern aus Japan stammt.

Mit sechs Jahren begann er Jiu Jitsu bei seinem Vater zu üben und wurde zum Großmeister des Shindo Yoshin Ryu Jujutsu.

Otsuka wurde Schüler von Gichin Funakoshi, von dem er sich in den 1930er Jahren trennte, um seinen eigenen Weg zu beschreiten.

Wado Ryu ist eine Kombination der japanischen Kampfkunst Shindo Yoshin Ryu Jiu Jitsu und dem Okinawa Te. Auch heute noch wird Wado Ryu als nicht-okinawanische Karate-Form betrachtet.

Otsuka beseitigte in seinem Wado Ryu weitausholende Bewegungen, verkürzte die Stände und veränderte jene Techniken, die mit einem großen Aufwand an Energie verbunden waren (Prinzip des geringsten Aufwandes bei maximaler Effizienz).

Wado Ryu wirkt nicht entgegen der Kraft des Gegners, sondern nützt diese aus, indem sie zum eigenen Vorteil genützt wird.

Ziel ist es, mit minimalem Kraft- und Energieaufwand und ohne überflüssige Bewegung dafür zu sorgen, nicht mehr dort zu stehen, wo ein Angreifer hinschlägt – und zugleich die Kontrolle über ihn und seine Aktion zu erlangen.

Das technische Repertoire der Stilrichtung umfasst neben Schlägen, Tritten und Blöcken aus dem Karate auch Techniken wie Hebel und Würfe aus dem Jiu Jitsu. Dabei gilt im Wado Ryu:

* Muda Na Chikara (kein überflüssiger Kraftaufwand)

* Muda Na Dosa (keine überflüssige Bewegung)

* Muda Na Waza (keine falsche und überflüssige Technik)

Die Grundsätze des Wado Ryu sind mit denen anderer japanischer Budo-Künste wie Kendo, Judo oder Aikido verwandt:

* Nagasu (fließen lassen) – Angriff nicht stoppen, sondern umleiten (Weiterleiten statt Widerstand).

* Inasu (umlenken / ausweichen) – Ausweichen und Mitführen der gegnerischen Technik

* Noru (mitgehen) – den Angriff „mitgehen“; Kontrolle des Gegners, indem der Angriff antizipiert und erstickt, bevor er vollständig ausgeführt wird.

Ein weiteres Prinzip des Wado Ryu ist das Taisabaki, d.h. das Verlassen der Angriffslinie durch Ausweichen und des Konterns.

Wichtig ist schließlich das Sanmi Ittai, das die Kombination aus drei Bewegungen beinhaltet:

* Ten I (Veränderung des Standes)

* Ten Tai (Veränderung des Körpergewichtes / Schwerpunktes)

* Ten Gi (Veränderung / Anwendung der Technik).

Nach oben scrollen